Methode

Zeit zum Spüren ist ein organischer Prozess, der sich aus dem entfaltet, was eine Person spürt, fühlt und erfährt in diesem Augenblick.

Wir lernen den Prozess mit einer anderen Person. Es fühlt sich an wie ein gemächliches, immer neues Gespräch, in dem keine Seite allein den Ton angibt. Keine der Beteiligten weiß, was entstehen wird, keine ist Expertin, und beide Seiten sind offen für neue Möglichkeiten.

Um Raum dafür zu schaffen, stellen wir wohleingeschliffene Gewohnheiten zurück und lassen weniger geübte und geschätzte Handlungsweisen zum Zuge kommen. Das kann bedeuten:

Wir stellen zurück,

  • schnell zu antworten mit der ersten Reaktion, die uns einfällt.
  • eine Geschichte zu erzählen, an die wir uns erinnern.
  • in einer Position der Sicherheit, Stärke und Gewissheit zu verharren.

Wir legen Wert darauf,

  • langsamer zu werden, um aufzunehmen, was beide Seiten in diesem Augenblick wahrnehmen.
  • zu warten und etwas Frisches aufkommen zulassen, bevor wir einander antworten.
  • zur Ruhe zu kommen in unserer beiderseitigen Verletzbarkeit und im Unbekannten.

Als Methode umfasst Zeit zum Spüren einzelne Schritte, die uns zu einer besonderen Art der Verbundenheit und des Daseins führen. Dabei hat die Methode eine formlose Qualität, die organisches Entstehen zulässt. Mit der Zeit werden wir mit dem Prozess vertrauter und auch das Vertrauen ineinander wächst, sodass, was sich anfänglich unbeholfen anfühlte, zu einer natürlichen und spontanen Art, da zu sein, wird.

Zeit zum Spüren ist auch zur Anwendung in der eigenen Gesellschaft gedacht. Auch mit uns allein können wir die Erfahrung miteinander wachrufen und uns als Teil der Welt erfahren.

Kim Acker (USA) und Katrin Oberländer (Deutschland) haben Zeit zum Spüren gemeinsam erschaffen. Es ist erwachsen aus ihren Erfahrungen mit der Focusing-Methode, wie sie von Gene Gendlin an der Universität Chicago begründet wurde, und anderen Achtsamkeits- und Körperarbeitsverfahren.

Wie Zeit zum Spüren angewendet werden kann